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in Petra Öllingers virtueller Wohnung
Margaret Atwood – Oryx und Crake
Unnötiger Fleckerlteppich
© Petra Öllinger
erschienen in an.schläge – das feministische Magazin, November 2003
Plebsland und Komplex-Gebiet und die Komplex-Bewohner fuhren nie in
die Stadt,…, und auf jeden Fall nie allein. Die Komplex-Bewohner
arbeiten an der perfekten Lebensform und dazu gehört auch Crake und
irgendwie auch Jimmy alias Schneemensch und ganz entfernt Oryx.
Letztere gerettet vor(?), entflohen einer (?) Art von Menschenhändler.
Und irgendwann infiziert sich Crake mit einem Virus und Oryx ebenfalls
und irgendwie gibt’s am Schluss eine Menge Radau. Und eine Menge
Fragezeichen. Und dazwischen nicht unoriginelle Ideen und Geschichten
zum Beispiel rund um unterschiedlichste Bioformen. Nicht nur
GentechnikerInnen hätten ihre Freude bei Organschweinen, Hunolfen und
Schlatten, die das Leben von Jimmy, Crake und Oryx erschweren. Jedoch
bleiben zu viele Ideen nur angedacht, die in der Vergangenheit und
Gegenwart verlaufenden Handlungsstränge bilden einen unnötigen
Fleckerlteppich. Die LeserInnen bleiben mit einer Menge unbeantworteter
Fragen zurück – durchaus eine reizvolle stilistische Bauart, hier
jedoch schlichtweg nervend. Wie und warum kam es zu der Katastrophe,
die immer wieder erwähnt wird? Warum kam es überhaupt zur Bildung von
Plebsland und den Komplexen etc.? KennerInnen von Margaret Atwoods
Romanen werden bei Oryx und Crake enttäuscht sein. Die sprachliche und
inhaltliche Dichte beispielsweise in Der Report der Magd oder in Die
Räuberbraut, mit der es der Autorin immer gelungen ist, beklemmende
beinahe kafkaeske Stimmungen zu zeichnen, werden hier vermisst.
Margaret Atwood: Oryx und Crake. Berlin Verlag, 2003
