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Herzlich Willkommen
in Petra Öllingers virtueller Wohnung


Elke Papp – Wundräume

Spektakulär alltäglich

© Petra Öllinger
erschienen an.schläge – das feministische Magazin, Mai 2002

Die Großmutter hat den Verstand verloren. Der Großvater sagt zu den Nachbarn: Die Frau hat sich ein Bein gebrochen. In nur wenigen Sätzen
wird die Tragik des Nicht-wahrhaben-Wollens in Adam und Apfel beschrieben. Elke Papp ist unter anderem (Sprach-) Performerin. Dieser spielerische Umgang mit Wörtern spiegelt sich in den neunzehn Texten wider. Ihre Sprache übt einen Sog aus, lässt einen an Wörtern haften und verführt zum Weiterlesen. Auf den ersten Blick unspektakuläre Inhalte erfahren eine persönliche und beklemmende Atmosphäre. Frauen gehen mit ihrem nächsten Verwandten auf Reisen (avantchine), sind wütend auf ihre Mütter (sag niemals) oder erzählen, wie sie dem Unmut der Großen begegneten Innungen). Faszinierend ist die Schilderung des Tagesablaufs in einer (Nerven?) Heilanstalt (taglos), wenn beispielsweise die Musik-Therapiestunde beinahe in ein Chaos ausartet. Elke Papps Texte verlangen absolute Aufmerksamkeit und fordern zu wiederholtem Lesen auf.

Elke Papp: Wundräume, Resistenz Verlag, 2001