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Ellinor Forster – Frauenleben in Innsbruck

Ein historisches Stadt- und Reisebuch

© Petra Öllinger
erschienen in an.schläge – das feministische Magazin, Juli/August 2003

Gleich vorweg: vergessen Sie die Nordkette und das Goldene Dachl. Innsbruck hat wesentlich mehr zu bieten. Beispielsweise eine aufschlussreiche Frauen-Historie. Die Autorinnen und Autoren des Reise und Stadtbuches Bandes zeigen in ihren Beiträgen, dass Frauen abseits von Heim, Herd und Kindern ihren Beitrag zum Funktionieren städtischer Strukturen leisteten wie beispielsweise Ursula Staneks Frauen-Arbeitswelten oder Monika Reslers Künstlerinnenleben in Innsbruck zeigen. Unterschiedlichste weibliche Lebensräume werden gezeichnet: Adelige Frauenzimmer, Prostituierte, Heilkundige Frauen, Nonnen und Fratschlerinnen. Aufgeräumt wird auch mit der romantischen Vorstellung vom Fensterln (Mit der Kuh zum Marktgraben – Frauenleben im dörflichen Innsbruck von Alois Unterkircher). Die ausgezeichnete Qualität der Abbildungen und Fotos sowie ein kleiner Plan von Innsbruck und Umgebung auf dem hinteren Klappendeckel machen zusätzlich Lust auf Innsbrucker Luft. Einziger Wermutstropfen: ein Ortsverzeichnis mit Nummern, die sich zwar im Text finden, jedoch nicht auf dem Plan, was die Suche etwas mühselig macht. Zwei große Plusse des Reiseführers abseits des Inhaltes. Erstens das handliche Format – passt im Notfall sogar in eine Hosentasche. Zweitens ein nicht unwesentliches, jedoch bei vielen Reise-Gebrauchsbüchern leider häufig ausgebuchtes Merkmal: der strapazierfähige abwischbare Einband. Fazit: Fürs Herumstromern durch die Tiroler Landeshauptstadt prima. Also: Pack die Wanderschuhe ein!

Ellinor Forster, Ursula Stanek, Astrid von Schlachta (Hrsginnen.): Frauenleben in Innsbruck. Ein historisches Stadt- und Reisebuch. Anton Pustet, 2003