Zum Seiteninhalt Zur Navigation Interne Suche

Petra Öllingers virtuelle Wohnung


Eine kleine Kulturgeschichte der Rose

Von Georg Schober

Gleich sind an Form, und Gestalt
Freude und Leiden: die Rose –
Nenn sie geöffnetes Herz,
Nenn sie gebrochenes Herz

Khwaja Mir Dard

Basis und Inspiration zu diesem Artikel bezog ich durch den
Schockwellenreiter von Jörg Kantel.

Die Rose umfasst mehr als 100 sehr formenreiche Arten. Gepflanzt werden sowohl verschiedene, bis heute nahezu unveränderte Wildrosenarten, als auch über 20.000 Sorten der Kulturrose.

Die Rose in der Geschichte

Fossile Funde in den Colorado Rockies mit den Abdrücken von Rosenblättern lassen sich auf ein Alter von zirka 30 Millionen Jahren datieren.

Ihren eigentlichen Siegeszug begann die Rose in Asien. Von Persien, wo sie bereits in Gärten angepflanzt wurde, fand sie ihren Weg nach China. Konfuzius, 551 – 479 v. Chr., überlieferte uns die Existenz von Rosenpflanzungen in den kaiserlichen Gärten von Peking.

Quelle: Agrarverlag

Antike

Im 7. Jahrhundert vor Christi gelangten die ersten Rosen nach Europa. Bei den Griechen war sie anfänglich die Blume der Toten. Homer beschreibt in der Illias wie die Göttin Aphrodite den Leichnam des Achilles mit Rosenöl salbt. Aber bereits die Dichterin Sappho schrieb im 6. Jahrhundert. v. Chr.: Wenn Zeus den Blumen eine Königin geben wollte, müßte die Rose diese Krone tragen.

Mythologisches Wörterbuch – von Achilleus bis Zyklopen.

Homer – Illias.

Sappho – Kurzbiographie.

Von Griechenland fand die Rose ihren Weg nach Italien. Die römischen Kaiser verliehen ihren Festen mit Unmengen von Rosenblüten ein besonderes Flair. Der Anbau von Rosen wurde so exzessiv betrieben, daß die Produktion von Nahrungsmitteln vernachlässigt wurde.

Mittelalter

Mit dem Ende des römischen Reiches im 5. Jahrhundert n. Chr. fiel die Königin der Blumen in einen Dornröschenschlaf. Lediglich in den Kräutergärten der Klöster wurde die Rose als Heilpflanze gezogen. Erst die Landgüterverordnung Karl des Großen beendete 794 n. Chr. diese Ruhephase. Durch sie wurde die Bevölkerung angehalten, Obst-, Gemüse-, Heil- und Zierpflanzen anzubauen.

Römische Republik / Römisches Imperium.

Karl der Große – eine Lernseite für Schüler/Studenten und Interessierte.

Durch die Kreuzritter kam es um 1100 n. Chr. zu einer Bereicherung der Rosenvielfalt. Von ihren Raubzügen heimkehrend, brachten sie aus dem Heiligen Land die Damaszenerrose nach Europa. Ihr wunderbarer Duft hatte die Menschen schon vor Jahrtausenden zur Rosenöl-Herstellung angeregt.

Chemie-Master – Infos zum Thema Rosenöl.

Wikipedia – Geschichte der Kreuzzüge.

Die Rose war bereits in der Antike ein Symbol der Liebe und Schönheit. Durch ihr Nahverhältnis zu Prunksucht und Verschwendung im römischen Imperium, wurde die Rose jedoch vom frühen Christentum abgelehnt. Später wurde sie in der christlichen Symbolik zum Sinnbild des Paradieses. Als Rose ohne Dornen steht sie für die Muttergottes. Auch im Islam wird ihr in der Überlieferung eine besondere Bedeutung zugesprochen. Als Mohammed in den Himmel auffuhr, wuchs aus jedem Schweißtropfen, der die Erde benetzte, eine Rose. Mancherorts wurde sie jedoch zum Zeichen für Haß, Krieg und Gewalt.

Der Rosenkrieg

Der Begriff Rosenkrieg, den Sie von Zerwürfnissen in Zusammenhang mit Ehescheidungen kennen, hat seine Wurzeln im englischen Erbfolgekrieg zwischen 1455 und 1485. Das blutige Gemetzel tobte zwischen dem Geschlecht der Lancaster (Symbol weiße Rose) und dem Hause York (Symbol rote Rose). Nachdem beide Kräfte sich erschöpft hatten, ergriffen die Tudors die Macht. Heinrich der VII. wurde 1485 zum englischen König gekrönt. Eine seiner ersten symbolhaften Handlungen war die Vereinigung der weißen mit der roten Rose zur Tudorrose.

English History – Tudor England 1485 – 1603, Sprache Englisch.

William Shakespeare 1564 – 1616 wurde durch den Erbfolgekrieg zu einigen seiner berühmtesten Dramen angeregt.

William Shakespeare – umfangreiche Informationen rund um sein Werk.

Projekt Guttenberg – Shakespeare.

The Complete Works of William Shakespeare.

Neuzeit

Ende des 18. Jahrhunderts kam es zu einer Revolution in der europäischen Rosenzucht. Durch den Import der Rosa Chinensis (Chinarose) stand erstmals eine jährlich mehrfach blühende Rosensorte zur Verfügung. Wurden im 18. Jahrhundert erst wenige Sorten in den Gärten und Parkanlagen gezogen, so explodierte das Angebot bis 1828 auf über 2.500 Sorten.

Die wahrscheinlich derzeit älteste Rose findet sich am Dom zu Hildesheim in Deutschland. Die sogenannte Tausendjährige Rose wurde 1573 erstmals urkundlich erwähnt. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie stark beschädigt, erholte sich aber wieder und blüht bis zum heutigen Tag.

Quellen:

Museum online – eine kunstgeschichtliche Untersuchung über die Rose.

Shiseido – die Geschichte der Rose.

Die weiße Rose – Widerstand im Nationalsozialismus

Die weiße Rose, eine studentische Widerstandgruppe in München, wirkte in den Jahren 1942 bis 1943. Ihre bekanntesten Mitglieder waren die Geschwister Sophie und Hans Scholl Gemeinsam mit einer Reihe von FreundInnen riefen sie durch Flugblätter zum Widerstand gegen das faschistische Terrorregime auf. Sie wurden verraten und vom sogenannten Volksgerichtshof zum Tode verurteilt.

Zeitgeschichte Informations System – unter anderem eine kommentierte und suchbare Auswahl von zur Zeit 822 Internet-Adressen für die Geschichtswissenschaft unter besonderer Berücksichtigung der Zeitgeschichte.

Virtual Library Geschichte/Zeitgeschichte – die Sektion Zeitgeschichte der Virtual Library Geschichte bietet eine qualifizierte Auswahl von Datenquellen und Angeboten im Internet zur Neueren und Neuesten Geschichte Deutschlands.

Brot und Rosen

Ist der Titel eines Liedes aus dem Jahre 1912. Es entstand bei einem Streik von 14.000 Textilarbeiterinnen für bessere Löhne und gegen Kinderarbeit in Lawrence, USA.

Brot und Rosen

Wenn wir zusammen gehen, geht mit uns ein schöner Tag Durch all die dunklen Küchen, und wo grau ein Werkshof lag, beginnt plötzlich die Sonne uns’re arme Welt zu kosen, und jeder hört uns singen Brot und Rosen!

Wenn wir zusammen gehen, kämpfen wir auch für den Mann, weil ohne Mutter kein Mensch auf die Erde kommen kann Und wenn ein Leben mehr ist als nur Arbeit, Schweiß und Bauch, wollen wir mehr Gebt uns das Brot, doch gebt die Rosen auch.

Wenn wir zusammen gehen, gehen uns’re Toten mit Ihr unerhörter Schrei nach Brot schreit auch durch unser Lied Sie hatten für die Schönheit, Liebe, Kunst, erschöpft nie Ruh. Drum kämpfen wir ums Brot und wollen die Rosen dazu.

Wenn wir zusammen gehen, kommt mit uns ein bess’rer Tag. Die Frauen die sich wehren, wehren aller Menschen Plag. Zu Ende sei dass kleine Leute schuften für die Großen. Her mit dem ganzen Leben Brot und Rosen!

Der Slogan Brot und Rosen wurde zum Leitspruch nicht nur der amerikanischen Frauenbewegung. In ihm werden beide Komponenten eines schönen, menschenwürdigen Lebens vereint. Brot als Grundlage, um nicht in Armut leben zu müssen und Rosen als der Ausdruck für das Schöne.

Internationaler Frauentag – Karl Renner Institut

Die Rose aus dem Süden

Grundsätzlich macht der Anbau von Blumen in den sogenannten Entwicklungsländern durchwegs Sinn. Trotz der langen Transportwege ist die gesamt erforderliche Energiemenge um einiges geringer als in den Treibhäusern des Nordens.

Die Schnittblumen aus den Ländern des Südens sind jedoch leider nur zu oft mit dem Geruch von Ausbeutung, Krankheit und Kinderarbeit verbunden. Viele der Rosen, die Sie im Blumengeschäft erwerben, wurden beispielsweise in Kenya, Kolumbien oder Thailand unter unmenschlichen Bedingungen produziert. Die Hungerlöhne und die Belastung durch Pestizide machen die Blume der Liebe für jene, die sie hegen und pflegen, oft zu einem Alptraum.

Fragen Sie beim Rosenkauf nach dem FLP-Siegel (Flower Label Program). Diese weltweite Initiative in der Menschenrechtsorganisationen, Gewerkschaften, Betriebe und Blumenhandel zusammenarbeiten, garantiert soziale Mindeststandards und eine Reduktion der Umweltbelastung durch Pestizide. Derzeit gibt es weltweit über 52 FLP Produktionsbetriebe mit 12. 200 Beschäftigten.

Flower Label Programm – unter Themen und Kampagnen finden Sie weiterführende Informationen.

Fian Österreich – fair gehandelte Blumen in Österreich.

Quelle: Die Blumen, die Pestizide, die Kinder und der Konzern.

Die Rose in Kunst und Literatur

Die älteste gesicherte Darstellung der Rose findet sich auf einem Fresko im Palast von Knossos auf Kreta.

In der abendländischen Malerei spiegelt sie sich erstmals in der Gestaltung von Fresken wider, beispielsweise bei Taddeo Gaddi Anfang des 14. Jahrhunderts. 1474 entsteht Martin Schongauers berühmtes Bild Maria im Rosenhang. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts sind Rosen ein beliebtes Motiv der niederländischen und flämischen Malerei. Manche Darstellung ist so detailgetreu, daß ihre Art bestimmt werden kann. Der “Raffael der Rosen” war Pierre-Joseph Redoute. Er malte für Marie Antoinette und später für Kaiserin Josephine, die Gattin von Napoleon Bonaparte.

Seitdem die Rose zur christlichen Symbolpflanze wurde, findet sie bei der Gestaltung von Kirchen Berücksichtigung. Sei es als Schnitzwerk auf Beichtstühlen, als Ausdruck für Geheimhaltung und Schweigen, oder als Fensterrose in den gotischen Kathedralen.

Gotische Fensterrosetten

Welt der Rosen – Rosen in der Kunst.

Blumen haben SchriftstellerInnen in allen Zeiten zu geistreichen, witzigen aber auch tief berührenden Zeilen angeregt. Die Rose wurde wohl von allen Blumen am häufigsten in der Literatur verewigt. Sei es in der Welt der islamischen Mystiker, in dem mittelalterlichen französischen Werk “Roman de la Rose” oder in den Gedichten von Rainer Maria Rilke.

Welt der Rosen – Rosen in der Literatur.

Die Rose in der Küche

Zur Familie der Rosengewächse zählen neben der am häufigsten kultivierten Gartenblume der Welt auch die wichtigsten Obstgehölze wie beispielsweise Apfel-, Birnen- und Pfirsichbaum. Über familiäre Bande sind auch Himbeere und Brombeere mit der Rose verbunden. So verwundert es wenig, daß die Königin der Blumen seit langem ihre Rolle in der feinen Küche spielt.

Garten-Literatur – Rosenrezepte.

Rosenschule – Rosenrezepte.

Die Rose als Heilpflanze

In Asien ist die Heilkraft der Rose seit tausenden Jahren überliefert. Im 6. Jahrhundert. v. Chr. pries bereits der griechische Lyriker Anakreon die heilende Wirkung des Rosenbalsams. Hildegard von Bingen beschrieb in ihrem Werk Physika ausführlich die Bedeutung der Rose als Heilpflanze. Der im 17. Jahrhundert lebende englische Arzt und Astrologe Nicholas Culpeper wußte beispielsweise von der Wirksamkeit der Rose bei Blutungen, Kopf- und Zahnschmerzen.

Die Rose als Heilpflanze

Was ist die Aromatherapie

Die aktuelle Forschung konnte aufzeigen, daß Rosen die Vitamine A, C und P enthalten. Sie können mithelfen Schlaflosigkeit, Magenschmerzen und Nervosität wirksam zu bekämpfen. Nicht zu vergessen ist die aufhellende Wirkung eines Rosenstraußes auf die Psyche.

Sagen Sie es durch die Rose

Die Sprache der Blumen (Rosen) wurde im Orient ersonnen. In ihrem Mittelpunkt stand die Liebe. In Europa erlebte sie ihre Hochblüte im 18. und 19. Jahrhundert. Damals wurden mit ihrer Hilfe gerne gesellschaftliche Tabus umgangen.

Jeder Teil der Rose hatte eine andere Bedeutung. Stacheln symbolisierten Gefahr, Blätter hingegen Hoffnung. Belaubte stachellose Rosen standen für Liebe, Hoffnung und Vertrauen.

Frauen, die eine Rose am Herzen trugen, galten als verliebt. Wurde sie im Haar getragen, drückte sie Vorsicht, am Dekolleté Freundschaft aus.

Die Bedeutung der Rosenfarbe:

Rot – Liebe
Karminrot – Trauer
Rosa – Jugend und Schönheit
Weiß – Leidenschaft und Unschuld
Gelb – Eifersucht, Neid und Untreue

Die Sprache der Blumen beschränkt sich jedoch keineswegs auf die Rose. Durch bewußte farbliche Kompositionen, können Sie jedem Blumenstrauß einen allegorischen Sinn geben
Vor allem die rote Rose symbolisiert neben der Liebe auch Erotik und Sexualität. Der Rosengarten war im Mittelalter zum Ausdruck geballter Lust geworden. Bereiche, in denen Frauen ihren Körper verkauften, wurden Rosenplan, Rosengasse oder Rosenwinkel genannt. Als Rosengässler wurde die Kundschaft dieser Frauen bezeichnet.

Tipps für Garten- und Zimmerpflanzen

Wenn Sie Trost und Rat bei der Pflege nicht nur Ihrer Rosen suchen, finden Sie Unterstützung auf untenstehenden Seiten.

Garten atelier – befaßt sich mit den Themen des Gartens, von der Gestaltung der Außenanlage bis zum sanften Einsatz von Chemikalien.

Rosenberatung.de – Pflanzung, Pflege, Schnitt und viele weitere Informationen.

Meine Rose – geschichtliches, Sorten, Düngung, Krankheiten, Schädlinge usw.

Rosenfoto – viele wunderschöne Fotografien.

Abschließend möchte ich Sie auf die Welt der Rosen, eine besonders schöne und umfangreiche Rosen-Site hinweisen. Ich wünsche Ihnen noch viele erfreuliche Stunden in der Welt der Rosen und Düfte.

Sie haben eine Frage oder Anregung? E-Mail an Petra Öllinger
Ich freue mich auf Ihre Empfehlung!   Facebook Twitter Google+
Druckvorschau Druckvorschau